Geschichte der Burschenschaften

 

Die ersten Burschenschaft Deutschlands wurde am 12. Juni 1815 in Jena gegründet. Die Jenaer Urburschenschaft setzte sich aus den Mitgliedern der Landsmannschaften Thuringia, Vandalia, Franconia und Curonia zusammen. Vor dem Gasthaus Grüne Tanne, welches sich außerhalb der Jenaer Stadtmauern befand und somit auch außerhalb der Gerichtsbarkeit der Universität, legten die Landsmannschaften als Zeichen ihrer Auflösung ihre Fahnen nieder und schlossen sich zur ersten Burschenschaft zusammen.

Um die Werte “Ehre, Freiheit, Vaterland” weiterzuverbreiten, lud die Urburschenschaft 1817 Vertreter deutscher Universitäten auf das Wartburgfest bei Eisenach ein, um dort den 300. Jahrestag der Reformation sowie den Sieg der deutschen Truppen über Napolen zu feiern. In der Folge des Wattburgfests kam es an vielen Universitäten zu Gründungen von Burschenschaften, welche die urburschenschaftlichen Grundsätze vertraten.

1819 wurden durch die Karlsbader Beschlüsse alle studentischen Organisationen verboten, was auch die Burschenschaft einschloss. Auslöser für diese Beschlüsse war die Ermordung des Schriftsteller August von Kotzebue durch den Burschenschafter Karl Ludwig Sand. Nachdem die Demokratiebewegung in Deutschland um 1830 wieder an Bedeutung gewonnen hatte, lud der “Deutsche Preß- und Vaterlandsverein”, welchem viele Burschenschafter angehörten, zum Volksfest auf das Hambacher Schloss. Dieser Einladung folgten ca. 30.000 Teilnehmer, welche auf dem vom 27. - 30. Mai stattfindenden Fest Freiheit, Demokratie und die Einheit Deutschlands forderten. Erstmals wurden die burschenschaftlichen Farben Schwarz-Rot-Gold auch von Nichtburschenschaftern getragen und später zum Symbol des Strebens nach Einheit und Demokratie.

Der sogenannte “Frankfurter Wachensturm” am 3. April 1833, der zum Ziel hatte Waffen und die Kasse des Deutschen Bundes zu erobern und an dem hauptsächlich Burschenschafter aus Heidelberg und Würzburg beteiligt waren, stellte einen Rückschlag für die gesamte burschenschaftliche Bewegung dar, da die Karlsbader Beschlüsse, welche immer noch gültig waren, wieder rigoros angewandt wurden, nachdem sie im Vorfeld etwas gelockert wurden. Viele Burschenschaftern überstanden diese Zeit nicht, weshalb das Gründungsdatum der meisten heute existierenden Burschenschaften nach 1833 liegt.

In Folge der Revolution von 1848, bei der die Burschenschafter eine treibende Kraft waren, kam es zur Einrichtung der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Dieser Nationalversammlung gehörten weit über 150 Burschenschafter an und auch der erste Präsident dieser Versammlung, Heinrich von Gagen, war Burschenschafter. Die Farben Schwarz-Rot-Gold wurden am 31.Juli zu deutschen Nationalfarben und auch die Karlsbader Beschlüsse wurden aufgehoben.Burschenschafter und andere studentischen Verbindungen entwickelten sich von verfolgten und im Untergrund lebenden Organisationen zu Vereinen der akademischen Elite.

Nach der Reichsgrüdnung 1871 erlebten Studentenverbindungen und vor allem die Burschenschaften eine Blütezeit. In dieser Zeit wurden auch Dachverbände gegründet, welche heute noch existieren, wie zum Beispiel die Deutsche Burschenschaft, welche 1902 gegründet wurde.

Durch das Verbot aller studentischen Verbindungen während des Zweiten Weltkriegs, gingen viele Burschenschaften in sogenannte Kameradschaften auf oder lösten sich ganz auf. Erst mit der Aufhebung des 1945 erlassen Verbots deutscher Vereine, bildeten sich 1950 wieder die ursprünglichen Burschenschaften und auch die Deutsche Burschenschaft wurde neu gegründet. Mitte der 70er Jahre stiegen die Mitgliedszahlen bei vielen Burschenschaften wieder an, auch wenn die Zahlen der Zeit der Studentenbewegung nicht mehr erreicht werden konnten.

Heutzutage sind ca. 23.000 Studenten in Studentenverbindungen aktiv, wovon ca. 20% Burschenschafter sind.

 

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Burschenschaft

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